Die weibliche B-Jugend des TSV Schleißheim hat ihr Heimspiel gegen den ASV Dachau mit 25:21 (14:11) gewonnen – ein Ergebnis, das auf dem Papier ordentlich aussieht, sich aber auf der Platte deutlich zäher anfühlte. Vor allem im Angriff blieben die Mädels unter ihren Möglichkeiten, wirkten phasenweise zu mutlos und verpassten es, die Partie frühzeitig zu entscheiden.
Der Start war noch typisch Derby etwas nervös: Dachau legte mit zwei schnellen Treffern zum 0:2 vor, ehe Lisa und Ida den TSV ins Spiel brachten. Über mehr Einsatz in der Abwehr und einige Ballgewinne drehte Schleißheim das Ergebnis – Lara übernahm früh Verantwortung und traf immer wieder aus dem Rückraum. So setzten sich die Gastgeberinnen über 8:5 und 13:9 leicht ab und nahmen eine 14:11-Führung mit in die Pause. Ganz zufrieden konnte man trotzdem nicht sein: Viele Angriffe blieben in der Abwehr hängen oder wurden zu früh abgebrochen, klare Durchschlagskraft sah anders aus.
Nach dem Seitenwechsel schien die Partie zunächst in die richtige Richtung zu laufen. Ida und Lara stellten auf 17:12, die Deckung arbeitete im Verbund weiter solide, half sich gegenseitig und zwang Dachau immer wieder in schwierige Wurfpositionen. 21 Gegentore sind am Ende ein Wert, mit dem man leben kann – tabellarisch betrachtet in dieser BOL-Staffel aber auch ungefähr das, was man erwarten darf.
Weil der Angriff jedoch nie so richtig ins Rollen kam, blieb es unnötig spannend: Statt den Vorsprung konsequent auszubauen, verlor Schleißheim den Faden, spielte zu statisch, scheute das Eins-gegen-eins und suchte selten den klaren Weg in die Tiefe. Dachau nutzte diese Phase, verkürzte Tor um Tor und war beim 21:20 plötzlich wieder voll im Spiel. Erst in den letzten Minuten fanden die Gastgeberinnen wieder mehr Entschlossenheit: Lara übernahm noch einmal das Kommando, Melissa traf von Außen und Ida setzte mit ihrem sechsten Treffer den Schlusspunkt zum 25:21.
Unterm Strich steht ein Pflichtsieg, der vor allem der ordentlichen Abwehrarbeit und der individuellen Qualität einzelner Spielerinnen zu verdanken ist. Will die wB in den kommenden Wochen oben dranbleiben, braucht es im Angriff jedoch mehr Mut, mehr Tempo und mehr Variabilität – das vorhandene Potenzial wurde in diesem Derby längst nicht ausgeschöpft.
Trainer Moritz brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Wir wissen, dass viel mehr in uns steckt. Wenn wir uns trauen, unser Tempo zu gehen und mutig in die Lücken zu stoßen, können wir jeden in dieser Liga richtig unter Druck setzen – genau das nehmen wir uns für die nächsten Aufgaben vor. Positiv war die durchweg gute Stimmung, bei denen gerade bei kleinen Fehlern stets motiviert wurde.“

Es spielten:
Hannah (Tor), Bruna (1), Melissa (2), Lisa (2), Lara (13/2), Melina, Lena (1), Ida (6), Maia.
Trainer: Inge, Moritz.

