Deja-vu mit anderem Ausgang

wC steigt in die Oberliga-Qualifikation ab / Update: Entscheidung am 17.05. in FFB

War der TSV Schleißheim vor zwei Wochen in der ersten Runde in Unterhaching wegen Firmungen noch stark ersatzgeschwächt angetreten, konnte man dieses Mal auf einen gut gefüllten Kader zurückgreifen. Zwei Torhüterinnen und 13 Spielerinnen nominierte das Trainerteam für die zweite Regionalliga-Qualifikation, die in der heimischen Jahnhalle stattfand.

Während die Eltern und Geschwister als Kampfgericht, Ordnungsdienst, Kameraleute, Fotografen, Bäcker und Verkäufer für einen rundum gelungenen Rahmen sorgten – herzlichen Dank dafür! – war bei den Mädels auf dem Feld noch ordentlich Sand im Getriebe. Wie vor zwei Wochen verpatzte man den Auftakt gegen ein Regensburger Team, dieses Mal gegen die SG Mintraching/Neutraubling. Dabei war der TSV nach zehn Minuten bereits auf der Siegerstraße, als man die Anzeige auf 8:5 stellte. Diese Führung brachte jedoch keine Sicherheit. Die Gäste verkürzten noch vor der Pause auf 8:7. Trotz eines schnellen Treffers nach Wiederanpfiff zum 9:7 (13.) und einer zweimaligen Überzahl verpasste man trotz bester Chancen die Vorentscheidung. In der 19. Minute kassierte der TSV den Ausgleich (10:10) und drei Minuten später gingen die Gäste in Führung (10:11, 22.). In der Schlussphase konnte Schleißheim das Spiel nicht mehr drehen und musste eine überraschende 10:11-Niederlage hinnehmen.

„Wir hatten in beiden Halbzeiten mehr als genug Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden. Wenn man diese nicht nutzt und nach der Pause nur zwei Tore wirft, verliert man so ein Spiel hochverdient.“, war Trainer Dominik Stelzer nach dem missglückten Auftakt bedient.

Im zweiten Spiel traf die Heimsieben auf den TSV Weilheim, der sichtbare Probleme mit dem geharzten Spielgerät hatte. Folgerichtig entwickelte sich eine einseitige Partie. Über ein 5:1 (4.) und 9:3 (10.) war man bis zur Pause auf 11:4 enteilt. Nach dem Seitenwechsel rotierte das Trainerteam ordentlich durch, sodass sich eine ausgeglichene zweite Halbzeit entwickelte. Am Ende stand ein verdienter 17:10-Erfolg.

Gegen den Turnierfavoriten JSG Fürther Land entwickelte sich das hochklassigste Spiel des Tages. In einer packenden Partie schenkten sich beide Teams von der ersten bis zur letzten Sekunde nichts. Bis zur Pause konnte sich keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil erspielen (7:7). In einer nervösen zweiten Halbzeit waren es zunächst die Schleißheimerinnen, die durch leichte Fehler in Rückstand gerieten (7:10, 18.). Die Mädels steckten jedoch nicht auf und waren nach einer Auszeit in der Crunchtime wieder dran (10:11, 21.). In der spannenden Schlussphase hätte jeder Wurf die Entscheidung bringen können. Die JSG zog auf 10:12 (22.) davon, der TSV antwortete postwendend (11:12, 22.). Im letzten Angriff parierte Ece bei angezeigtem Zeitspiel einen Wurf aus der zweiten Reihe stark. Statt des erhofften Ballgewinns gab es jedoch Freiwurf und eine Zeitstrafe gegen Schleißheim. Man verdichtete das Zentrum und stellte eine Wurffalle auf Außen. Schleißheim kam tatsächlich nochmals in Ballbesitz – die Zeit reichte jedoch nicht mehr für einen letzten Angriff.

„Dieses Spiel zeigte, was in der Mannschaft steckt. Die Mädels können stolz auf die Leistung sein, auch wenn wir am Ende leider mit leeren Händen dastehen.“, war Stelzer zufrieden.

Im letzten Spiel ging es gegen den VfL Günzburg um „Do or Die“. Mit einem Drei-Tore-Erfolg war Platz zwei noch möglich, ein einfacher Sieg hätte für Platz drei und das Weiterkommen gereicht. Schleißheim agierte jedoch aus zu vielen Einzelaktionen heraus und ließ Spielfluss sowie Freude vermissen. Mit einem knappen 5:6-Rückstand ging es in die Pause. Das Trainerteam forderte mehr Abstand und vor allem Bewegung ohne Ball. Das Bild des Spiels änderte sich jedoch nicht. Mit einer „Gislasson-Auszeit“ versuchte Schleißheim beim Stand von 8:10 (21.) noch einmal alles, doch ein Aufbäumen blieb aus. Kurze Zeit später war das Spiel entschieden (8:12, 22.). Mit 9:13 verlor der TSV verdient und schied aus der Regionalliga-Qualifikation aus, nachdem auch der letzte Funken Hoffnung auf einen Weilheimer Sieg gegen Mintraching nicht in Erfüllung ging.

„Durch die Auftaktniederlage gegen eine Regensburger Mannschaft, einem guten zweiten Spiel und einer knappen Niederlage gegen den Turnierfavoriten hatte ich ein Deja-vu. Leider konnten wir dieses Mal das entscheidende Spiel nicht für uns entscheiden, um uns den zweiten Platz zu sichern. Unser erklärtes Ziel war die Oberliga, und die können wir immer noch aus eigener Kraft erreichen. Die starken Partien gegen HT München und die JSG Fürther Land haben gezeigt, dass wir mithalten können, aber am Ende fehlte uns die Konstanz und Kaltschnäuzigkeit. Jetzt fokussieren wir uns auf die Oberliga-Qualifikation in zwei Wochen.“, gab sich Stelzer besonnen.

Trainer Moritz Popp: „Das ist schon enttäuschend, weil wir eigentlich nur in einem Spiel wirklich das gezeigt haben, was in der Mannschaft steckt. Über weite Strecken war uns das zu viel Einzelaktion, zu viel klein-klein. Wenn wir als Team spielen, sind wir deutlich stärker, das müssen wir in der nächsten Quali wieder konsequent auf die Platte bringen, um das Ziel Oberliga zu erreichen.“

Für den TSV Schleißheim spielten:
2 Ece, 77 Helena (beide Tor) – 6 Nina, 10 Marie, 14 Sofie, 16 Sofia, 19 Anna, 23 Beatrice, 24 Nisa, 28 Asya, 31 Elena, 34 Matilda, 76 Hannah, 80 Aleyna, 99 Emma
Auf der Bank: A Moritz Popp, B Dominik Stelzer, C Inge Schobert, D Leonie


Weiter geht’s am Sonntag, den 17.05.2026 zum TuS Fürstenfeldbruck (Adresse: Bahnhofstr. 15, 82256 Fürstenfeldbruck), wo man ab 10:00 Uhr um den Einzug in die Oberliga spielt. Viel Raum für Schwächephasen bietet die letzte Runde nicht. Nur die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die angestrebte Oberliga, die Plätze drei bis fünf müssen den Gang in die ÜBOL antreten.

Der TSV trifft dabei auf den TSV Ottobeuren (10:45 Uhr OLQ: 3. 4:4 Pkt + 2. 4:2 Pkt.), HT München II (12:15 Uhr: ÜBOLQ 1. 8:0 Pkt + OLQ 2. 4:2 Pkt.), TuS Fürstenfeldbruck (13:45 Uhr, RLQ 4. 2:4 Pkt. + OLQ 1. 6:0 Pkt.) und TV Altötting (15:15 Uhr, OLQ 1. 6:0 Pkt + RLQ 5. 1:7 Pkt.).

Bilder: Michaela T.